07.August 2011 Erzgebirgs-Bike-Marathon in Seiffen

 

Für viele Einheimische steht das kleine Örtchen Seiffen im Erzgebirge vor Allem für eines: Nussknacker, Räuchermännchen und Pyramiden. Doch nur Wenigen ist bekannt, dass dieser beschauliche Fleck Erde der Austragungsort für den ältesten deutschen Mountainbike Marathon ist. Zum bereits 19. Mal zog es Heerscharen von Radsportlern in das zeitweise etwas verschlafen wirkende Städtchen und ließ dies aus allen Nähten platzen. Unter den 1300 Teilnehmern aus ganz Europa waren natürlich auch die Mountainbiker des Döbelner SC Daniel Mählich, Marko Münch und Jens Böber. Weitere Verstärkung erfuhr das Team an diesem Wochenende durch Marcel Reichelt, der nach mehreren Jahren Auszeit aus dem Radsport, dieses traditionsreiche Rennen nutzte, um sich wieder im Rennzirkus zurückzumelden.

Bereits am Samstag angereist nutzten die Fahrer das zwischenzeitlich zurückgekehrte Sommerwetter um sich nochmals mit den Streckenbedingungen vertraut zu machen. Der Kurs rund um Seiffen kann zwar nicht mit Anstiegen wie bei der zuletzt bestrittenen Trophy im Salzkammergut aufwarten, jedoch fordert die Strecke durch sein ständig wechselndes Profil eine sehr gute Kondition. So mancher Alpenländler war damit schon überfordert. Zudem macht den Fahrern der holprige Untergrund zu schaffen, welcher nach einer Extraportion Kraft verlangt. Da der Kurs überwiegend durch bewaldetes Gebiet führt, trocknet er erfahrungsgemäß schlecht ab. So war es keine Überraschung, dass die bekannten Wasserlöcher in diesem verregneten Sommer etwas größer ausfielen.

Als am Sonntag um neun der Startschuss fiel hatte der nächtliche Regen die Strecke noch etwas weicher gemacht. Zudem war bei 20 Grad eine extreme Luftfeuchte zu spüren, die ein anstrengendes Rennen vorhersehen ließ. Münch, Mählich und Böber entschieden sich aufgrund der Wetterprognosen für die kurze Distanz über eine Rund von 40 Km auf der 800 Höhenmeter zu überwinden waren. Reichelt wollte es bei seinem Debüt gleich wissen und startete über 70 Km mit 1600 Höhenmetern. Für Mählich und Böber hieß es nochmal richtig gaszugeben. Dieser Lauf war der fünfte und letzte zur diesjährigen MarathonMan Serie in der beide auf aussichtsreichen Plätzen im Mittelfeld liegen.

Traditionsgemäß begibt sich das Fahrerfeld auf den ersten zehn Kilometern auf eine Einführungsrunde rund um den Startort, damit auf den engen Waldpfaden kein Stau entsteht. Dabei ist das Tempo von Beginn an hoch und das Risiko von Stürzen in diesem engen Teilnehmerfeld extrem. So war für Böber bereits nach nur 5 Kilometern das Rennen beinah vorbei. Als sich bei Tempo 55 eine Gruppe von 10 Fahrern zu nahe kam verlor ein Fahrer auf dem feuchten Asphalt die Kontrolle über sein Rad und riss mehrere Kontrahenten vom Rad. Böber, der sich unmittelbar dahinter befand konnte nur mit viel Glück und Geschick eine Kollision verhindern. Nach einem kurzen Stopp, indem er sich vergewisserte, dass sich niemand etwas Ernstes getan hatte, setzte er erschrocken sein Rennen fort. Als der eigentliche Rundkurs begann hatte jeder sein Tempo gefunden und es galt sich nun darauf zu konzentrieren auf dem matschigen Geläuf nicht die Kontrolle über sein Sportgerät zu verlieren. Während die drei Döbelner Stammfahrer gut ins Rennen fanden hatte Reichelt zunächst Probleme mit einem sich ständig lockernden Sattel. Nicht ganz ungefährlich, also versuchte Marcel verzweifelt das Problem zu lösen. Als dann auch noch die Sattelschraube brach konnte er nur noch auf einen Schutzengel hoffen. Diesen fand er in Form eines Streckenpostens, der auf diesen unwahrscheinlichen Fall vorbereit war und mit einer passenden Schaube das Rennen weitergehen ließ. Unterdessen merkte Böber, dass er richtig gut in Form war und Position um Position gutmachte. Davon motiviert hing er sich an jedes Hinterrad und sah zu, dieses bald zu überholen. Er ging dabei aber kein zu großes Risiko ein und fuhr ein sicheres Rennen. Böber kann in Seiffen bereits mehr als zehn Starts verbuchen und kennt somit nahezu jede Bodenwelle. So teilte er sich seine Kraft gut ein und fuhr bis ins Ziel ein furioses Rennen. Nach 1h41min überquerte er als gesamt 17. Der Männer die Ziellinie. In seiner Altersklasse Senioren 1 war das für Ihn ein überragender 4. Platz und obwohl nur knapp am Treppchen vorbei war er vollauf zufrieden. „Das hat richtig Spaß gemacht“ war sein Resümee. Auch Daniel Mählich und Marko Münch hatten eine Menge Freude an der Jagd durch den Schlamm. Beide gingen bis an Ihre Grenzen und meisterten mit letzter Kraft den 20% igen Anstieg zur Wettiner Höhe, an dem wie gewohnt hunderte von Zuschauern Tour Feeling aufkommen ließen. Nach 1h57min war für Mählich das Rennen geschafft. Er belegte damit insgesamt Platz 61 und in seiner AK Herren Platz 25, was seine beste Platzierung in dieser Saison ist. Marko Münch erreichte nach 2h24min das Ziel. Damit fuhr er bei den Männern auf Platz 175 und in AK Senioren 1 auf Platz 69.

Marcel Reichelt musste den zweiten Teil seines Rennens leider im strömenden Regen beenden, was Ihn nochmals einige Körner zusätzlich kostete. Dennoch schaffte er es sicher ins Ziel. Die Uhr stoppte bei 3h50min. Marcel belegte so unter allen Männern Platz 105 und in seiner AK Herren einen beachtlichen Platz 39. Damit zeigte er, dass er die letzten Monate fleißig war und sein Comeback gut vorbereitet angegangen ist.

Nun blicken die Döbelner Mountainbiker voller Vorfreude auf den 20. August 2011. Jens Böber, Marcel Reichelt, Sven Wallrabe und Uwe Mothes werden an diesem Tag zum 2. Mal beim 24 Stunden Rennen auf der legendären Nordschleife des Nürburgrings antreten. Ihr ehrgeiziges Ziel ist es 26 Runden zu schaffen und damit die Vorjahresleistung um eine zu verbessern.

 



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