14.September 2008   16.int.Falkenstein-Duathlon


"Wahnsinn Langduathlon".....
Am 14.09. fand in Falkenstein/Voigtland die 2. Deutschen Meisterschaft im Langduathlon statt. Bereits bei der Hinfahrt stellte ich erschreckend fest, dass es heute verdammt kalt wird. Um 8.00Uhr angekommen, war schon ein reges Treiben auf den Straßen zu beobachten. Ein hilfsbereiter Ordner wies mich auf den Sportlerparkplatz wo ich nicht weit vom Start und Ziel stand. Die Spannung stieg merklich in mir, wo ich die starke Konkurrenz um mich rum sah. Vom Equipment ganz zu schweigen, Carbonbikes wohin das Auge reichte. Ach was soll´s, dachte ich mir. Mein schickes Stevens ist auch so schnell...
Ich packte also mein Klamotten und baute das Rad zusammen und macht mich zur Startnummernausgabe. Beim Bike-Check-In wurde erwartungsgemäß alles streng von den Kampfrichtern geprüft ob alles regelkonform war. Ich parkte also mein Bike, stellte meine Utensilien zurecht (Radschuhe an die Pedalen, Helm aufn Lenker, Brille, Riegel, Gels, Flaschen befüllen, Langarmtrikot). Man merkte, wie man von den "Anderen" beäugt wurde, ein paar bekannte Gesichter grüßten auch. Mittlerweile war es 9:30uhr und ich konnte es vor Aufregung kaum noch aushalten, ich lief mich kurz warm um dann 15min vor dem Start an die Linie zu gehen. Es wurde eine kurze Einweisung zwecks STVO, Strecke, Witterung gegeben. Es war mir alles Schnurz, ich wollte endlich los...
Punkt 10:00uhr fiel der Startschuss, das übliche Gerangel um die vorderen Plätze war nicht zu vermeiden. Bereits kurz nach dem Start ging es gleichmal 13% bergab. Am ersten Messpunkt nach 5km sah man die Zeiten, die gelaufen wurden, ich freute mich riesig, dass ich für die 5000m keine 16min brauchte. "Mensch, dachte ich mir, heute läuft's prima." Jetzt begann der "Aufstieg" mit einer Neigung von ca. 10% auf den letzten 3km. Nach 8km kam die Wende zurück ins Tal. Da dachte ich mir schon, dass es jetzt nicht mehr lustig wird. Die 450hm mussten auch wieder zurück gelaufen werden.  Es stellten sich erste Krämpfe ein. Zu diesem Zeitpunkt musste ich abreisen lassen und versuchen, so gut es ging zum Wechsel aufs Rad zu kommen.  Nach 1:21h war ich echt froh auf das Rad zu steigen. Schnell das Trikot drüber gezogen, Helm auf, Brille nicht vergessen. Nach ca. 1km begann der erste schwere Anstieg mit einer (laut GPS-Uhr) von 20% Neigung auf 1,5km. Es fiel mir trotz schweren Beinen recht leicht da hoch zu kommen. Andere quälten sich merklich mehr, was mich eine gewisse Erleichterung verspüren lies, hatte ich doch kurz zuvor schon ans aufgeben gedacht. Nach diesem ersten Anstieg, hieß es erst mal, sich sammeln, Nahrung zu sich nehmen, trinken, schauen das man den runden Tritt findet. Die nächsten km verliefen in einem einem ständigen bergauf auf bergab mit Steigungen von ca. 16%. Ich machte Platz um Platz gut. Auf dem Aerolenker liegend, machte es richtig Spaß, die Abfahrten mit 75kmh runter zu brechen, auf den geraden Stücken konnte ich ein Tempo von knapp 45kmh halten und trotzdem zogen einige Spezialisten an mir vorbei. "Respekt dachte ich mir, aber keine Angst an den Bergen krieg ich euch wieder." So war es dann auch teilweise, nach 30km kam dann der Wendepunkt an der Voigtland Arena. Von jetzt an, musste man nicht nur gegen 10grad Temperatur kämpfen sondern auch einen kalten Wind ertragen. Ich wunderte mich, wie manche es in kurzen Triathlonbody aushalten konnten und nicht erfroren vom Rad fielen. Nach kalten 60km Einzelzeitfahren mit einen Höhendiff. von mehr 1200hm in einer Zeit von 2.20h schrie mir einer entgegen, dass ich in meine AK30 ganz weit vorne sei, wollt ich gar nicht so richtig glauben, im ersten laufen hab ich echt geloost. Aber es baute mich auf, durch zuhalten. Denn zu diesem Zeitpunkt, machten sich echte Zweifel breit ob ich die letzten 8km laufen noch schaffe. In der Wechselzone angekommen, musste ich erst mal meine Hände auftauen, ich bekam meine Bikeschuhe gar nicht richtig ausgezogen, geschweige denn die Laufschuhe drüber...kurzes Gefluche war von mir zu hören. Mit gleichgültiger Miene und das Cap tief ins Gesicht gezogen wollte ich diesen "Wahnsinn" nur noch zu Ende bringen. Schnell zwei Gel´s aufnehmen, sich was Wasser schnappen, Hirn abschalten und laufen bis es vorbei ist. Die letzten 8km wollten einfach nicht enden, meine Erleichterung war mit einem breiten Grinsen zu sehen, als ich den Wendepunkt sah und es von weitem hieß, "Komm Nr.164, die letzten 4km sind doch Pille Palle, geht doch nur noch Bergab". Genau das machte mir wirklich Angst. Ich musste teilweise im gehen die Neigungen bewältigen. Nach langen (zu langen) 0:58:53h sah ich den Zielbogen auf dem Falkensteiner Markt. Die Anfeuerungen der Zuschauer motivierten mich auf den letzten km nochmal, den letzten schweren Berg zu schaffen. Ich freute mich so sehr auf was warmes zu essen und trinken. Das ZIEL ist da, es ist Gott sei Dank geschafft. Die Erleichterung war mir ins Gesicht geschrieben. ein netter THW Mensch holte mir sofort eine Decke, damit ich nicht auskühlte, das tat so gut.....
Abschließend, kann ich von diesem Tag nur sagen, das ich ihn verflucht habe. Aber trotzdem froh bin es zu Ende gebracht zu haben. Ein 12.Platz in der DM30 Klasse und ein 113. Gesamtplatz waren zum Schluss das Ergebnis. Meine gesamte Wettkampfzeit betrug 4:36h (1:20 Rückstand zum Deutschen Meister). Eine bessere Platzierung habe ich mir auch nicht ausgerechnet. Trotzdem war ich etwas enttäuscht, ich wollte eine Zeit von ca. 4:00h schaffen. 90% der Starter waren im Leistungskader der DTU. Von den 131 gestarteten haben 11 aufgegeben. Ich glaub, ich hätte es bereut aufzugeben.....


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